StartErinnerungsorte in MV

Ehemaliges KZ-Außenlager „Karlshagen I“

Ort

17449 Peenemünde (Zufahrt zum Flugplatz)

Station 5 im Rundweg „Denkmallandschaft Peenemünde“

Träger

Eigentümerin der Fläche ist die DBU Naturerbe GmbH. Das HTM Peenemünde pflegt und vermittelt den Ort im Rahmen des Rundwegs „Denkmallandschaft“.

Öffnungs­zeiten

ganzjährig

Shop
-
Eintritt

frei

Anfahrt mit PKW/Bus
PKW: √
Bus: √
Parkmöglichkeiten: √

E-Ladestation: -

Anfahrt mit ÖPNV
Bahn: √
Bus: -

Von der Bahnstation Peenemünde ca. 3 Kilometer Fußweg.

Anfahrt mit Fahrrad
Anfahrt mit Fahrrad möglich: √
Parkmöglichkeiten: √

E-Ladestation: -

Bildungs­angebote

Dauerausstellung: -
Sonderausstellungen: -
Außengelände: -
Führung(en): -
Film: -
Angebote für englischsprachige Besucher: -
Hinweise und/oder weitere Sprachen: -
Angebote für Schulen:
Angebote für Jugend-/­Erwachsenengruppen:
Workshops und Seminare:
Infotafeln:
Informationsmaterialien (Flyer, Literaturempfehlung):
Literaturhinweis:

Media-Guide „Peenemünde Denkmal-Landschaft“, Download über https://museum-peenemuende.de/das-museum/die-denkmal-landschaft/ oder im App Store

Wanderungen und Radtouren: -
Regelmäßige Veranstaltungen: -
Archiv: -
Bibliothek: -
Übernachtungsmöglichkeiten: -

Nach ausländischen Zivilarbeitern und sowjetischen Kriegsgefangenen wurden in den Peenemünder Versuchsstellen ab Frühjahr 1943 auch KZ-Häftlinge eingesetzt, um den ständig steigenden Arbeitskräftemangel auszugleichen. Das KZ-Arbeitslager Karlshagen I existierte von Mai 1943 bis Anfang April 1945. Es bestand aus fünf Häftlingsbaracken, die ursprünglich für Wehrmachtsangehörige errichtet worden waren und nun von einem Stacheldrahtzaun abgesperrt wurden. Mehrere kleine Bunker für die Wachmänner und Wachtürme sicherten das Gelände. Zum Lager gehörten auch ein Appellplatz, ein Waschhaus und die Küche.

Das Lager unterstand der Verwaltung des KZ Ravensbrück. Inhaftiert waren zwischen 800 und 1.300 Männer unterschiedlicher Nationalitäten, die im Bereich der Luftwaffenerprobungsstelle eingesetzt wurden. Sie mussten etwa Erdarbeiten auf dem Flugplatz ausführen, Flugzeuge betanken und nach Luftangriffen die Blindgänger zum Entschärfen freilegen. Bei der Erprobung der Flugbombe Fi 103 (“V1”) mussten die Häftlinge die 150 kg schweren Schussbolzen der Startrampe (Walter-Schleuder) aus dem Schilfgürtel bergen. Durch die schwere körperliche Arbeit, die völlig unzureichende Ernährung und die oftmals unmenschliche Behandlung kamen viele Häftlinge ums Leben. Namentlich belegt ist der Tod von 248 Häftlingen. Die Auflösung des KZ-Außenlagers begann Ende Januar 1945. Anfang April 1945 wurden die letzten ca. 200 Häftlinge in das KZ „Mittelbau“ transportiert.

Im Rahmen des Internationalen Sommercamps 2006 des HTM Peenemünde machten Studenten das Lagergelände begehbar und legten Fundamentreste einer Baracke und einen Bunker frei. Das Fundament für die Baracken bildete kein Beton, sondern Holzpfähle. In eine Grube mit den Abmessungen der Baracke wurden Pfähle gerammt, auf denen Bohlen und Bretter befestigt wurden, die den Boden der Baracke bildeten. Die Reste der Pfähle sind heute noch in der Grube zu erkennen.

Bildnachweise
  • Vorschaltbild: Fundament einer Barackenfront KZ-Außenlager „Karlshagen I“, Foto: © Lorenz Kienzle, Berlin

  • Headerbild: Internationales Summercamp Peenemünde, Foto © HTM Peenemünde