PRORA-ZENTRUM E.V.

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Das von der NS-Organisation „Kraft durch Freude“ für 20.000 Urlauber geplante „KdF-Seebad Rügen“ bei Binz ging nie in Betrieb, es galt aber in der zeitgenössischen Propaganda als Beispiel für die Errungenschaften der NS-Sozialpolitik. Nach der Grundsteinlegung 1936 wurden mit Kriegsbeginn die Bauarbeiten eingestellt. Prora wandelte sich zu einem Ort für „kriegswichtige Zwecke“. So wurden beispielsweise Polizeibataillone militärisch ausgebildet und Evakuierte sowie Flüchtlinge in von ZwangsarbeiterInnen gebauten provisorischen Unterkünften untergebracht.

Nach dem Krieg, noch während der sowjetischen Besatzung, fiel im Jahr 1949 die Entscheidung, Prora zu einem militärischen Standort zu entwickeln. In der DDR-Zeit baute zunächst die Kasernierte Volkspolizei (KVP) die Anlage aus, 1956 übernahm die offizielle Armee der DDR, die Nationale Volksarmee (NVA), den Komplex. Ab 1982 entwickelte sich Prora zum größten Standort von Bausoldaten, den Waffendienstverweigerern. Sie gelten als ein Teil der Oppositionsbewegung der DDR.

Heute sind alle Blöcke in Prora an private Investoren verkauft. In öffentlicher Hand befinden sich nur noch im Block V die Bereiche der Jugendherberge und des zukünftigen Bildungs- und Dokumentationszentrums Prora.

Das PRORA-ZENTRUM arbeitet zur NS- und DDR-Geschichte des Ortes. Neben seiner Dauerausstellung und ganzjährig wechselnden Sonderausstellungen bietet die Einrichtung umfangreiche historisch-politische Bildungsarbeit an. Die Bildungsformate zu Themen des 20. Jahrhunderts sind unterschiedlicher Art. Sie reichen von Vorträgen, historischen Geländerundgängen, über Kurzprojekte bis hin zu mehrtägigen Seminaren und Workshops. Wesentliche Forschungsthemen werden unter anderem in Form von Ausstellungen und Broschüren dokumentiert und veröffentlicht, zudem dienen sie dazu, die pädagogischen Angebote zu bereichern. Die Vernetzungsarbeit mit anderen Gedenkstätten und Institutionen, wie beispielsweise mit dem Historischen Institut der Universität Greifswald, ist dem PRORA-ZENTRUM wichtig.